Lehrer F.Bolte

 Sifu Frank Bolte

vorgestellt von Andreas Di Stefano

                                              

Seit ungefähr 30 Jahren praktiziere ich südchinesische Kampfkunst und habe in dieser Zeit viele Persönlichkeiten mit ihren Eigenarten und Vorzügen des chinesischen Boxens kennen lernen dürfen. Unter diesen Voraussetzungen sollte die Überzeugung des Autors als nicht vorübergehende Begeisterung gesehen werden.
Bereits beim Betreten der Räumlichkeiten der Hung Kuen Academy nimmt der aufmerksame Beobachter war, daß der Sifu dieser Schule lange in Asien gelebt haben muß. Beim zweiten Blick fällt auf, dass jede Person in diesen Räulichkeiten das Gefühl vermittelt, er fühle sich Wohl wie an einem Ort seines Zuhauses. Wer ist der Sifu dieser Schule, welche die Ausgewogenheit zwischen verschiedenen Kulturen meistert und eine internationale anerkannte Hung Gar Schule in Hannover betreibt ?
 
 
 
Frank Bolte wurde 1970 in Detmold in Deutschland geboren. Nach 7 Jahren Kampfsport-Erfahrungen, gelangte er 1984 zu den chinesischen Kampfkünsten. Beim Bundestrainer der deutschen Wushu Federation in Wolfsburg dem chinesischen Meister Shi Shun Fok wurde er zunächst im Tang Hup Mu Do Kwan unterrichtet. Einige Zeit später wurde er auch Mitglied des offiziellen deutschen Wushu Teams.
 
Ein Wendepunkt ereigntete sich 1990. Sifu Shi Shun Fok betrieb beruflich unter anderem ein Restaurant in Braunschweig. Der Koch deses Restaurants kam aus Malaysia nach Braunschweig um dort zu arbeiten. Hierbei handelte es sich um Lee Wai Siong, welcher Sifu Frank Bolte im Hung Kuen unterrichtete. Von diesem lernte er auch unter anderem eine andere Variation der Tiger und Kranich-Form.
 
Durch seinen Freund Fang Ping wurde ihm 1991 die Möglichkeit geboten für mehrere Monate nach Hangzhou zu reisen. Dieser war dort Trainer des chinesischen Zheijiang Wushu Teams. Die extrem harten Umstände auf sich zu nehmen, sowohl finanziell als auch menschlich, wurden mit der Ehre mit dem Wushu Team zu trainieren belohnt. Auch dort wurden ihm Hung Kuen Techniken vermittelt, so dass er schließlich beschloss in Zukunft sich nur auf diesen Stil zu konzentrieren.
 
 
 

Während er bis 2004 seine Ausbildung im europäischen Ausland genoss, so verlegte er diese ab 2004 nach Hong Kong. 2005 lernte er dort seine Lebenspartnerin kennen. Daraufhin legte Sifu Frank Bolte seinen Schwerpunkt auf die Philippinen, dem Geburtsort seiner Ehefrau.

Neben der regelmäßigen Ausbildung in Hong Kong, wo er teilweise sich Monate aufhielt um unter den dortigen Bedingungen täglich 8 Stunden zu trainieren, hatte er jetzt auf den Philippinen die Möglichkeit einen weiteren wesentlichen Bestandteil für viele chinesische Kampfkünste beim Großmeister George Ramos (Shaolin Hung Fut Philippinen) zu erlernen, das „shaolin iron palm“ und das“shaolin strength training“.

Im Laufe der Zeit gewann er immer mehr Zuspruch und Anerkennung unter Gleichgesinnten und festigte auch über Freundschaften sich seinen Platz in der Kampfkunstwelt. Ein kurzer Aufenthalt von nur 5 Monaten im Jahr 2006 in Deutschland genügte, dass ein Teil seiner Schüler, die er in dieser Zeit in Hannover unterwies, bis heute zu seinen treusten Schülern gehören, obwohl er anschliessend zurück nach Manila flog um einen Lehrauftrag in Chinatown an der Chi Ching Wushu Association zu folgen. Von einem Tag auf den Anderen hatte er dort 50 neue Schüler , welche ausschließlich von ihm unterrichtet werden wollten.

 

Auf den Philippinen ergaben sich viele Möglichkeiten durch Auftritte, sogar in einer 45-minütigen Fernsehen-Spezial in der Sendung „Fit and Fast“, das Hung Kuen vorzustellen.

Mehrere Artikel für das philippinische Kampfkunst-Magazin „Rapid Journal“, wo er in der Oktoberausgabe 2008 als Coverstory gefeatured wurde, als auch mehrere Artikel von der in Malaysia anliegenden Internetseite „Chinatownology“ über seine Schule, die er in Manilas Chinatown 2007 gegründet hatte, erschienen in kurzer Folge.

Diese besagte Schule hat heute immer noch bestand und wird von seinen dortigen Schüler Michael Garchitorena in seiner Abwesenheit geführt. Sie liegt ihm sehr am Herzen. So ist nicht verwunderlich, dass bei Rückflügen von Hong Kong nach Deutschland Aufenthalte in Manila eingeplant werden, um sein Wissen dort weiter zu geben.

Im Februar 2009 erhielt Sifu Frank Bolte die Einladung zu der 100.Geburtstagsfeier des Großmeisters lam Jo, Neffe und Schüler von Lam Sai Wing. Die Ehre der Anwesenheit wurde noch dadurch gesteigert, als er bei dieser Feier die Ng Ying Kuen Form der Lau Familie vor allen geladenen Gästen vorführen durfte.

Eine weitere für ihn sehr wichtige Einladung war die Teilnahme an der Dang Fong Memorial Party, bei beiden Events traf er schon auf seinen zukünftigen Sifu Wong Chung Man.

 

Die jetzige Schule in Hannover wurde 2010 eröffnet. Sifu Frank Bolte kehrte zuvor im Herbst 2009 nach Deutschland zurück, was nicht dazu führte, dass er seine Reisen nach Hong Kong unterbrach. Er bekam Unterricht bei Wong Chng Man und war dermaßen von den Trainingsmethoden begeistert, dass er immer mehr den Wunsch verspürte ihn als seinen Sifu anerkennen zu wollen. Dies war außerordentlich schwierig insoweit, als Wong Chung Man dieses zunächst nicht zuließ.

Er bestand darauf , dass sie zwar Hung Kuen Brüder und Freunde wären und er ihn nicht als Sifu nennen zu bräuchte. Nach vielen vergeblichen Versuche und Überzeugungsarbeit akzeptierte im Mai 2011 Wong Chung Man ihn schließlich als Schüler. Seit dieser Zeit haben seine Schüler ebenfalls die Möglichkeit die Besonderheiten dieser Linie erlernen und Wong Chung Man als Sigung nennen zu dürfen.

 

 
 

Nach alldem bleibt mir als Autor dieser Vorstellung nur noch die Bemerkung, dass ich davon überzeugt bin, dass sowohl die Vita als auch der Character von Sifu Frank Bolte ihn zu einen außergewöhnlichen Lehrer gemacht haben, welche in der heutigen Zeit so kaum zu finden sind; neigen viele Schulinhaber in Extreme zu verfallen, welche nicht immer akzeptabel sind, so ist mir diese Eigenschaft gerade hier nicht aufgefallen, so daß ich ich glücklich darüber bin über ihn als meinen Sifu seiner Linie weiter zu folgen.